Hoffnungslos ist es um mich geschehen, als sich ein wildfremder Typ über mein Handy des Abends zu einem Clubbesuch bewegen will.
Er suchte eigentlich eine enge Jeansl die er kaufen wollte.. Also er hatte sich verwählt.. Mitte 4o, Skorpion..
rrrrr SEXy Skorpion— hielt ich für verheissungsvoll für einen heißen ONS, das ich natürlich verneinte.. Anständige Frauen in meinem Alter wollen schon etwas überredet werden..
Löwen lassen sich gerne von Skorpionen an der Nase führen.. Klar liebt er nur blautöne. denn es ging um Jeans.. Keine Levisnummer, die er mir zuraunte.. Ich bewertete objektiv meine Chancen. Er der ORGA- nisator und ich die MARKE-tingfachfrau.Ich verstand das ich ihm Futter gab. Ich bemühte mich nicht sexy zu sein.. also eben gross, fett und träge auf dem Sofa, obwohl mich schicksalshafte Wachküssungen aus dem Nichts nicht fremd wären, wollte ich dem mageren Jeansmann nicht so vorkommen, als ob ich nur auf IHN wartete.. Er implizierte das er mich treffen will und war auch noch in seinen Fantasien in einem Kopffilm, der die Rundungen einer Marylin Monroe gleichsetzte. Ich hörte genau zwischen den Wörtern und sah ihn.. Spitznasig mit schmalen Gesichtszügen und einer Nerdbrille. Die ernsten Kummerfalten um seinen Mund und dabei spricht er von Jungebliebener Endvierziger, der sich allein vorkommt. Ich schätze er hat nicht nur enge Jeans und einen kleinen Pavianarsch, sondern trägt auch Hochwasser und Chucks.Und vor ihm steht eine quietschgelbe Sinalco und er hat irgendso eine leberwurstfarbene Retroschreibunterlage, von Papas Beamtenstube .
Und doch fragte ich M. hemmungslos aus.. Nach Single Fragekatalog..
Interessen. Sternzeichen, Alter, Lieblingsfarbe, Single?
Das die Handynummer ein Qcode hat und ich keine Chance habe fällt mir zu spät auf.
Dann verabschiedet er sich nachdem er weiß, wo ich so weggehe und ich vermute eine geschickte Aktion, wie ein Privatsphärenspion. Das er sich nun seine letzte Abreibung verpasst hat nach seinem Jeansfetischgeplänkel und einem Marktfeldforschungsfragebogen, den er erfolgreich ausgefüllt hat.
Vielleicht hätte er mich wirklich in einen Club ausgeführt.. Drittklassig, schäbig und mit dieser Schlagermusik.Junggeblieben in den Helene Fischer Trab.., Hafenbar, wo man als Nichtalkoholiker niemals reingehen sollte.
Ich besauf mich nie !
Und ich will tanzen !
Und nicht diese Heuler neben mir zu stehen haben, die ihre Ärmchen hochreissen und damit der Achselschweiss im Schunkelmodus verteilt wird, weil sie noch immer Polyesterblusen ganz toll finden.
Berghain sagte er, das ist ein Laden, den man besser sagt, wenn man nichts weiß. Das ist auch schon in Schwabenland bekannt.. Ich war nur einmal drin und die Musik war so ein elektronischer Dümpf-dümpfklangteppich, das ich den Laden lieber sofort verliess.
Ich ortete in mir ein dumpfes Gefühl der Gleichgültigkeit, weil sich die Jeansfrage in einen Monolog seinerseits rumdümpelte. Meine Gedanken schweiften ab zu den misslungenden Dates der letzten Sommersaison-
und ich wußte das dieser Anruf einen Beiklang meines Spruches vom Vortag hatte.. :
„Manche Menschen suchen sich ihre Ehepartner wohl aus dem Telefonbuch,wenn die Namen ähnlich klingen suchen sie den Kontakt“
Tsja..
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