Letztens bin ich auf einem Seminar gewesen, das sich da nannte“ Die Kunst einen Roman zu schreiben“ und ich habe sehr viel mitgenommen… an gemischten Gefühlen.
Kreativität ist eine Ausdrucksform, die aus dem tiefen Gefühl entsteht etwas der Welt mitzuteilen.
Und ich weiss nicht warum ich meinte , das ich in diesem Kurs etwas Richtiges zu erlernen.
Ich bemerkte recht schnell das wir alle eine Kritikerbrille aufgesetzt bekamen und die Texte auf ihre Substanz untersucht wurden.
Es war interessant wie sich manche Kursteilnehmer kauzig aufplusterten,aufgrund ihrer voluminösen Seitenanzahl und ihrer Erfahrung, teils beruflicher Natur.
Es waren gute Texte, wenn auch manche schon so geschliffen auf die Füllung von Seiten ausgelegt war, das man sich anstrengte nicht vom Fleck weg einzuschlafen.Es verwunderte also nicht das ein Autor schon mal 200 Seiten geschrieben hatte, um konsequent das Publikum zu langweilen und trotzdem Ungereimtheiten aufkommen zu lassen.Viele Geschichten waren so profan, wie die der deutsche Film.. gestelzte Kulisse und Protagonisten, die sich wie die Kinder benehmen.
Dialoge und Beschreibungen, wie:
….an dem Klingelschild stand “ Karatschiowiak“. Sie klingelte und es wurde geöffnet von einer alten Dame : „Guten Tag, ich bin Frau Karatschniowiak“ und sie bat Anamia herein…
Bemerkenswert wie man Standup Comedy in einem ernstem Text mit Namen reinbringen kann..Aber das fiel keinen mehr auf, denn es wurde schon zu akribisch nach anderen Fehlern gesucht.
Manche Texte waren brilliant, aber wurden von Anbeginn mit schlechter Kritik überschüttet. Ich war entsetzt, das schon eine Vorstellungsrunde fast in ein Desaster verlief- auch ich konnte nur noch stottern und konnte ihr nicht klar darlegen, was ich schreibe. Ich kam mir emotional durchgerüttelt vor, weil ich auch annahm, das wir etwas anhand von Beispielen schreiben und nicht das wir unsere Werke, die ja nur einem Rohstoff sind, offenlegen sollten für die Meute an Autoren
Es dürften wohl Fehler gemacht werden, aber das Feedback war manchmal haarspalterei. Die Ideale der Kreativität wurden nicht gerade hoch gehalten.
Ich erwartete, das ich in dem Kurs beginne eine Märchensammlung zu schreiben, aufgrund meiner Idee mit Orakelkarten Märchen zu improvisieren..
Der Kommentar der Dozentin..:
Gute Idee, klappt nur nicht, hab ich auch schon – sogar mit Kindern probiert.
„How to write a novel“, erklärte stolz die Dozentin sei ein sehr nützliches Buch….
Kunstgriffe, wie lang angelegte Ortsbeschreibungen, Rückblenden und innere Dialoge sind am Anfang zu vermeiden.
Aha, Thema verfehlt ,sechs, setzen? Gerade ein Text war nur innerer Dialog, und so spannend, das ich mich fragte, wie sehr wir uns massregeln lassen und dafür auch noch die Kosten tragen.
„To write a novel“ heisst nicht wie man ein Drehbuch schreibt.
Das gerade viele Texte mit einem Personendurcheinander beginnen , empfinde ich als störend.Ständig fragt man sich: Wer ist das denn nun?
Im Gegensatz zum Film, wo man jemanden sieht , gefällt mir eine blosse Namensnennung und winzige Andeutung dazu im Roman nicht.
„Die hohe Kunst einen Roman zu schreiben“ hat mich letztendlich so betroffen gemacht, das ich selbst keine Lust mehr hatte meinen Text vorzulesen.
Ich empfand völlig anders, als die Gruppe, die aus Autoren, Lektoren, Germanisten und erfahrenden Kursbesuchern der Dozentin bestand..
Als ich übrigends dann bei Amazon nach einem Roman oder Buch der Dozentin recherchierte, fand ich keines, obwohl sie wohl regelmässig schreibt und Lektorate annimmt..
Ich habe leider noch zwei Teile bei ihr gebucht und weiß nicht ob diese Gehirnwäsche nicht irgendwann wirkt..
Und übrigens die Harry Potter Bücher wurden auch erst von vielen Verlagen abgelehnt, hatte ich erfahren. Und meist sind die Praktikanten in den Verlagen verdonnert die eingesandten Skripte ( 3 Bücher pro Tag) auszusortieren..
Ich hab beschlossen, das ich meiner Intuition traue und alles nach den Regeln der Rechtschreibung und Grammatik durchkaue und dann als Ebook veröffentliche.Aber in erster Linie schreibe ich für mich und es wird schwer werden aus gerade mal 20 Seiten ungefähr 200 werden zu lassen. Vielleicht ist meine Idee ein gutes Treatment wert, aber das läuft eben sehr fest nach einem Schema F ab..
Das Volk der Denker und Dichter- wie weit seid ihr gekommen.
Lesen soll nicht mehr die Sinne anregen oder inspirieren, sondern es soll einfach gestrickt sein, so das es für die breite Masse nach Schema F abgehandelt wird.
Ich habe es schon so oft gelesen, wie das läuft.
Der Verlag „Blanvalet“ hat eine Reihe von Thriller herausgebracht, die wie auf einer Schablone geschrieben sind und seitdem lass ich diese Bücher links liegen.
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