Pra-Shaka against the Küchentisch…!


in den letzten Monaten war ich öfter krank, wenn es meinstens das schönste Wetter war und meine Leute sich lässig zum Grillen auf die Wiese schmissen, während ich mir leckeren Harntee einpfiff und bucker von diesen Antibiotika runterwürghte.. Kurz um ein perfektes Timing.Nachdem ich also gut gedopt war  und mich rausredete das die Infektion wahrscheinlich vom Sex auf dem Küchentisch herrührte, benahm sich meine Psyche höchst absonderlich, was ich wohl letztendlich auch auf die Idee einer Midlifecrisis gefolgt von ersten Hitzewallungen einer 45 jährigen her rührte.. Gekonnter Weise lässt sich das praktischerweise recht leicht feststellen , wenn man als Arzt sich genauestens das Geburtsdatum anschaut .Das gipfelte darin das ich mit verkniffenen Mundwinkeln vorerst versuchte meine schlechte Laune mit Lachyoga zu befreien.Lange rede kurzer Sinn den Rest gab mir dann  dort eine  Bekannte , die schon über 40 ist und freudig erklärte das sie ihr erstes Kind bekommt.. Herzlichen Glückwunsch auch nochmals an die tolle Wahl eines Vaters!

Sogleich bezweifelte ich  das das Modell “ Sex auf dem Küchentisch“ nun wirklich eine gute Ausrede für Harninfekt  ist und habe mich dann doch lieber so verhalten, als ob mich kein Wässerchen trüben könnte…Und anstatt sich mit leckeren Bier und Cocktails den Abend zu versüßen  und diese dusselige Vergangenheit ruhen  zu lassen heulte ich meiner Jugend nach…

Also da musste etwas geschehen.. und ich buchte aus einem inneren Überlebensinstinkt eine Kurzreise nach Prag. Ich und mein „kleiner Kumpel“, der sich seit Jahren damit verdient macht sich um meine Freundschaft zu bemühen und das er darin erfolgreich ist leigt nicht nur an seiner Beharrlichkeit sondern auch an sein großartigen schwarzen Humor, bei dem jede Kleinigkeit , die der  geheimen Träume betrifft mit sachlicher Untermauerung und Ironie  schon gar nicht mehr so lächerlich vorkommt. Eigentlich hängen Erfolgsmodelle bei ihm sowieso grundsätzlich am Galgen, weil er hatte es sehr schwer in seiner Kindheit..Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, denn wenn ich immer sehe wie er verzweifelt wild gestikulierend versucht die Leute  mit unverfänglichen Themen auf seine Seite zu bringen.. – egal wer, dann erscheint es mir das er am meisten an Erfolgsmodelle glaubt und  trotzdessen  er immer wieder beeindrucken will nicht gerade erfolgreich ist.Diese Beobachtung macht mch manchmal wütend, obwohl es ein tiefgreifender Bezug zu meiner zu „transzendierenden“ Realität ist.  Ich  bin nicht so leidenschaftlich und beharrlich und glaube daran, das mich jeder toll und ernst nehmen muß. Ich  zieh mich lieber zurück, wenn ich mal wieder aus dem „Rahmen“ falle.Er macht immer viel Wind mit Mittelmäßigkeit und findet immer Zugang mit Musik, Geschichte und Wissenschaft.. Was manche eben nur mal so beim Kaffee in der Zeitung konsumieren zelebriert er wie ein neunmalkluges Köpfchen und trumpft gerne mit zusammengeklaubtem Wissen auf..Nun  ja es gibt für ihn immer etwas Tolles  und Besseres zu berichten.. Fast immer hat er mir dabei ein interessanten Flirt zerstört.. Womöglich mag er sich in den einsamen Stunden vorstellen, das ich ihn bewundere dafür…Es ist nicht immer einfach..
Das fing schon damit an das ich in Prag ernsthafte Probleme bekam das Hotel zu finden.. Also mußte ich tatsächlich die Führung übernehmen, weil ich nur das Englisch etwas beherrsche… Nachdem wir mit dem Gepäck schon mal Prag im Stadtrundgang kennengelernt hatten, fanden wir es dann doch mit der Straßenbahn…Letztendlich hat es dazu noch in Strömen geregnet und ich war nervös.

Ich fühlte mich also gleich wieder voll in meinem Element, da ich dieses mal die Leute ansprechen durfte und sie kein Wort Deutsch konnten, denn eines kann er nicht: Englisch..!  Ich fühlte mich gleich viel besser, das nicht ich diejenige war  in dieser misslichen Lage mal zuzuschauen, wie die Felle wegschwammen.. Ich habe es genossen.

Das Hotel schwamm als Boot auf der Moldau und die Kabinen waren sehr gemütlich und das Publikum international. Ich fühlte mich sofort wohl.. Nur mein Kumpel litt still vor sich hin mit einer massiven Stauballergie .Was ihn natürlich auch sofort als Grund animierte quer über das Boot schon in der Frühe zu springen, um womöglich Kontakte zu knüpfen.. Aber als erstes kaum schlug er  morgens die Augen auf ,mußte ich mir anhören wie schrecklich schlecht es ihm doch geht, wobei er lächelnd und brabbelnd im Nebenbett schlief wie ein kleines Baby! Ich hatte den Eindruck , das er überglücklich da rumlag!

Das war der erste Moment wo mir klar wurde, das Krankheit nur eine Realitätsflucht ist um Abstand zu gewinnen, das man eigentlich  sich ausgeliefert fühlt..Es muß eine große Pein sein, wenn man sich gegen das Leben mit einer Allergie so wehrt und ständig glaubt, das man was verpasst. Ich hatte den Abstand  aber gebucht.. Prag statt Kairo.. ,um mich von etwas zu befreien..

Prag war wunderschön und er lief überall mit und ich hatte fast ein wenig ein schlechtes Gewissen, das er anstatt sämtliche Biersorten auszuprobieren seine Augen für die Kultur öffnen mußte.. Ich fühlte mich gut begleitet und ich fühlte das es etwas gibt das ist zeitlos, das ist diese Ruhe in dem Augenblick, wo man nichts mehr will und nur noch beobachtet und läuft. Kilometerweise ununterbrochen an vier Tagen.. Man genießt das Essen und erfreut sich an KLeinigkeiten.

Ich schlief lächelnd mit dem Gedanken an “ Sex auf demn Küchentisch“ ein und wußte das mein Kumpel keine Ahnung davon hat , was ich denke.  Das sich alles auch ohne einen Funken von Sex  alles so freundlich gestaltet.Es war fast wie eine kleine Genugtuung, das  er sich manchmal sich  ständig aufreiben und ständig nach den besten Leute zu sucht und es ihn auch kein bißchen weiter bringt. Ihn begegneten nur fremdsprachige Menschen, die er nicht beeindrucken konnte und ich merkte, das dies ihm fehlte und das es etwas geben mußte das ihn  stattdessen befriedigt..

Eigentlich wollte ich unbedingt nach Kairo , um meine Küchentischäffare zu besuchen, aber mit der Weile verstand ich ,das es nichts bringt sich für jemanden schön und begehrenswert zu machen, wenn nichts zurückkommt. Meine Leidenschaft war zu einer Manie geworden, die sich nur schwer abschütteln liess.. Denn  ich war jahrelang diejenige sie sich im Bett wild verhielt und mit psychologischen Allgemeintricks einer Frau eine Beziehung erreichen wollte. Fast wäre es mir gelungen.Aber die Ohrfeige saß so tief, als ich als Antwort bekam , das ich eben nur eine Sexaffäre wäre..

Ich sage nur Pra- shaka..- die menschliche Würde ist unantastbar. Was nicht zu einem kommt soll man loslassen ..und manchmal auf Reisen  da  wird  es so abgetragen und in den Gassen von Prag abgelaufen, das für nichts Anderes mehr Platz bleibt, als die Antwort: Es gibt Schöneres, das man nur entdecken muß!

 

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