Kindheitserinnerungen meines Vaters


Mein Vater ist Jahrgang 34 und ein waschechter Berliner . Und wenn er mal aus seiner Kindheit erzählt, was nun wohl gott sei dank öfter vorkommt, dann sind es immer spannende Anekdoten. Mein Vater wuchs in Schöneberg auf und seine Eltern lebte im Hinterhaus der Fritz- Reuter – Straße 4. Sein Vater war ein rechter Trunkenbold, der sich auch nicht so viel aus seiner Ehefrau machte. Aber seine Familie hat meine Oma sehr gemocht und so kamen in alle Regelmäßigkeit Besuch aus Rinteln oder aus Kleinmachnow, wo die Großeltern ein Haus hatten.Aber es kam auch vor das seine Cousinen aus Südafrika  zu Besuch kamen. Die beiden waren mit ihren Eltern 1912 mit dem Schiff nach  Südwest /Lüderitz ausgewandert. Unzählige Bilder von Äquatortaufurkunden sind in den Fotoalben gelagert. Die Familie  und Lüderitz wurde im ersten Weltkrieg von Engländern annektiert seine Cousine Dori wurde in einem Lager geboren.

Als der2. Weltkrieg war hatte sich meine Oma aus der Politik so weit wie es geht rausgehalten. Es war verpönt mit enem Heil Hitler zu grüßen. Mein Vater hatte bis zu letzt ein freudliches „Guten Morgen“ als Antwort gelgeben.Als Berlin zunehmend zerbombt wurde wurden die Schulkinder und Betriebsangehörigen von Telefunken evakuiert und zuerst war auch noch meine Oma bei.Als die Bahn  nach Halle Mittweida am Lehrter Stadtbahnhof herausfuhr fielen Bomben und die Bahn schaffte es gerade so raus, alles brannte.Die Ruine, eine Fassade, steht noch heute  in nähe des Tempodroms. Dies war ein großer Kopf- Bahnhof .Mein Vaterging schon öfter mit mir spazieren und erzählte mir von öffentlichen Einrichtungen , die einfach  durch Bomben ausgelöscht wurden und nie wieder aufgebaut sind.

Sie gingen in Halle in ein kleines Kaufhaus, als der Chef ein schneidiges “ Heil Hitler “ von sich gab. Und mein Vater wie immer “ Gut Tag“.. Dies missfiel dem Chef und er fragte argwöhnisch nach, ob denn mein Vater nicht schon bei dem Pimpfen ( der Hitlerjungpioniere ) sein sollte. Meine Oma verwickelte den Herren in ein Gespräch und die Frage wurde so umgangen.

Meine Oma mußte recht bald nach Berlin , weil ihr Vater im Krankenhaus lag. Sie besuchte ihn und er sagte: „Mensch Mädchen bring mir doch mal nächstes mal Toilettenpapier mit, denn wir haben nur Zeitungspapier“

Als meine Oma das nächste mal mit einer Rolle Toilettenpapier im Türrahmen stand , war ihe Vater nicht drin. Sie fragte eine Krankenschwester, die ihr kühl antwortete, das er gestern nacht an der Ruhr , wie so viele verstorben ist.Meine Oma lief mit dem Toilettenpapier die Straße lag und hatte sie auch noch auf dem Schoß in der Sbahn- Er war noch so munter und doch so plötzlich verstorben.

Mein Vater machte sich in der neuen Schulklasse in Mittweida nicht gerade sehr gut. Der Lehre  zitierte meinen Opa in die Schule , ob er denn kein Schreiben in Berlin gelernt hätte. Als er den Lehrer so zuhörte  wie er in seinem Dialekt so sprach, war ihm alles klar.Sein Sohn verstand den Lehrer beim Diktat einfach nichtMein Opa setzte sich für seinen Sohn ein und die Versetzung war dann erstmal nicht gefährdet.

Als die Zeit um war , sollte es zurück nach Berlin gehen. Es war Ende des Krieges und mein Opa wollte aber in Mittweida bleiben.Den Grund hat mein Vater dann recht schnell kennengelernt.. Ihm wurde ( erwar so 9 Jahre) eine neue Mutter vorgestellt. Sie kam aus einem Haus und begrüßte meinen Vater . Das fand mein Vat schon als Kind empörend und sagte zu meinem Opa.“ Nein das ist nicht meine Mama, meine Mama ist in Berlin – nun komm mal Papa und lass uns zur richtigen Mama nach berlin gehen..“Was mein Opa dann wohl auch tat..

Letztendlich kam meine Oma doch nochmal nach Halle zum Ende des Krieges und sie gingen in die Stadt . Weitestgehend war alles ausgebombt, aber das Kaufhaus existierte noch. Meine Oma und mein Vater gingen rein und neues Personal stand hinter dem Tresen. Sie fragte, wo denn der nette Chef sei. Die Verkäufer schauten verdutzt und dann erzählte einer betreten, das sich der Chef bei Ende des Krieges im Hinterzimmer erschossen hat.

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